05.09.2012

The right Car for the guys with
The Right Stuff
oder als man noch stilvoll zur Arbeit fuhr.

Neil Armstrong, der erste Mensch, der den Mond betrat mit dem denkwürdigen Satz auf den Lippen: «Taht's one small step for man…one...giant leap for mankind», machte in den letzten paar Wochen gleich zweimal Schlagzeilen.

Einmal, weil er seit dem 25. August 2012 leider nicht mehr unter uns weilt und ein paar Wochen zuvor, als ein Besitzer einer 1967er Chevrolet Corvette Stingray, den (in)offiziellen Dienstwagen von Neil Armstrong, auf eBay zum Verkauf anbot und die Gebote locker die 250 000 Dollar Marke überschritten.

Diese Koinzidenz der beiden Ereignisse veranlassten mich über den Einsatz von «echten Helden» als Markenbotschafter nachzudenken. Und nein, ich werde nicht über Roger Federer oder andere Sportler schreiben, sondern nur über die verrückten Jungs in Ihren silbern-weissen Space-Suits, die bis an die Grenzen des machbaren gingen und als Idole der 1960iger Jahre bekannt wurden und es bis heute gebleiben sind: die Astronauten.

Man kennt ja die Werbung für die Omega Speedmaster mit dem Bild von Neil Armstrong auf dem Mond. Und man glaubt, dass dies die Uhr der Astronauten gewesen ist. Fact ist, dass die Speedmaster erst im Apollo-Programm als Offizieller Zeitmesser der Astronauten eingesetzt wurde. In all den ersten Versuchen unseren Planeten für eine kurze Zeit zu verlassen oder auch mal länger drumrum zu kurven, war eine ganz andere, ebenfalls schweizerische Uhrenmarke mit dabei. Breitling. Mit dem Navitimer Cosmonaute 24h Chronographen. Beide Marken nutzen heute immer noch erfolgreich den faszinierenden Effekt, den das damalige NASA Space Program auf uns ausübte.

Wilde Jungs, hart trainiert, blitzgescheit, ohne Furcht und very smart, die in ihren wahnsinns engen Raumkapseln mit zigfacher Schallgeschwindigkeit um die Erde sausten oder gar zum Mond flogen. Und wenn's mal eng wurde, wie bei Apollo 13, mit lapidaren Sätzen wie: «Houston, we have a problem» trocken und ruhig einen statusbericht durchgaben, obschon sie dem Tode praktisch ins Auge sahen.

Es waren echte Helden. Nicht zu vergleichen mit den Space-Nerds von Heute, die sich als Markenbotschafter nicht mehr wirklich eigenen. Nicht dass ich die Leistung der Heutigen Raumfahrer gering schätzen würde, nein, nur damals waren es eben noch wirkliche Kultfiguren. Geschaffen von einem Umfeld, in dem es noch keine PCs gab und man zum telefonieren noch in eine Telefonzelle ging oder zum Nachbarn, weil man kein eigenes Telefon hatte. Als der kalte Krieg auf seinen Höhepunkt zusteuerte und es noch etwas galt, wenn man als erster ins All flog oder den Mond betrat. Als man das ganze geschehen zum ersten mal in schummrig-verschwommenen Bildern live auf einem Röhrenfernsehgerät mitverfolgen konnte. Und der Ton auf der Kiste dauernd vom einem Pfeifton unterbrochen wurde, als Armstrong sagte: «Houston, – piep – Tranquility base here – piep –the Eagle has – piep – landed». Und als bei Ihrer Rückkehr zur Erde die Astronauten in New York noch mit einer gigantischen Konfettiparade gefeiert wurden.

Doch zurück zu Armstrong, besser zu seinem Dienstwagen aus der Auktion, der selbst als Rostlaube (das ding sah aus, als wär' es selbst zum Mond und wieder zurück geflogen) heute einen so hohen Preis erzielt. Wie fuhren denn die Astronauten damals eigentlich zur Arbeit? Fast alle, mit Ausnahme von John Glenn, fuhren sie eine Chevrolet Corvette. Glenn wählte einen Stationwagen, wegen der Familie. Und als Crew-Transporter, wenn die Astronauten mal zusammen auftraten.

Begonnen hatte alles mit Alan B. Shepard, der erste Amerikaner der 1961 ins All flog. Er besass schon bei seiner Bewerbung zum Astronautenprogramm eine 57er Corvette. Eine Corvette. Was für für ein Auto. Modern, schnell, oft sinnlos übermotorisiert und futuristisch im Design. Besonders in der Version der frühen 60er Jahre ein unglaublich rassiger Wagen. The right car for the guys with The Right Stuff. Jeder NASA Astronaut bekam eine als Dienstwagen (siehe Film). Nicht offiziell von der NASA, die im Übrigen dafür sorgte, dass bis heute praktisch keine Bilder von Ihren Helden mit den Corvettes zu sehen sind, weil man verhindern wollte, dass die Astronauten für Werbung misbraucht werden, sondern auf einer privaten Initiative eines GM-Autohändlers aus Melbourne, Florida: Jim Rathmann. Er sah schnell, dass die Astronauten eigentlich Corvette-Typen sind und bot in Zusammenarbeit mit GM ein special Lease-Programm an. Jeder Astronaut konnte jeweils für ein Jahr das aktuelle Modell fahren und es danach gegen ein neues eintauschen. Ohne ihn hätte es die Verbindung Corvette und Astronauten wohl so nicht gegeben, weil GM es als nicht üblich ansah, Autos zu Sponsoringzwecken zu verschenken. Fortan fuhren praktisch alle Spacecowboys eine Vette.

Stilvoller kann man eigentlich kaum zur Arbeit fahren. Und besser kann man auch nicht demonstrieren, wie sich wirkliche Helden als Markenbotschafter eignen und es bis heute bleiben.

Astronaut Allan Bean und seine Corvette

Die Corvette StingRay von Neil Armstrong (Apollo 11), wie sie in der eBay Auktion angeboten wurde

Die Corvette StingRay von Neil Armstrong (Apollo 11), wie sie in der eBay Auktion angeboten wurde

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