03.12.2012

Schöne Worte #4

Natel. Ein echt schweizerisches Wortkonstrukt. Die Abkürzung wurde von der PTT (heute Swisscom) ursprünglich für NAtionales Auto TELefon erfunden. Mit der Teilprivatisierung zur «Swisscom» wurde die Umschreibung etwas geändert und lautet nun auf NAtionales TELefon (sic!).

Beide Bezeichnungen sind eigentlich Anachronistisch. Die Ursprüngliche bezieht sich auf etwas, was laut Gesetz eigentlich gar nicht erlaubt ist (Telefonieren ist eine eine Tätigkeit, die der Aufmerksamkeit beim Lenken eines Fahrzeuges abträglich ist, und im Inflagranti-Fall, mit einem nicht unerheblichen Bussgeld belegt wird) und die aktuelle bezieht sich auf etwas, was in einer globalisierten Welt schon längst der Vergangenheit angehört, nämlich dass die telefonische Erreichbarkeit an der Landesgrenze endet.

Mit der Bezeichnung «Autotelefon» lag man aber der Realität entschieden näher als man gemeinhin annimmt. Nutzen doch eben gerade die Autofahrer diese Technologie heute ganz ausgiebig auf der Fahrt zur- oder von der Arbeit, um sich die Langeweile auf dem Weg etwas zu vertreiben. Oder einfach nur, um die Zeit, die sonst für nichts Anderes da ist, als sich auf den Verkehr zu konzentrieren, besser zu nutzen (Schlagwort «Effizienz»). Bei der Sache mit der Landesgrenze hat die altertümliche Bezeichnung Natel (die man übrigens nur in Helvetien so verwendet und auch versteht) dennoch so ihre Berechtigung. Wenn man nämlich die Roaming-Kosten betrachtet. Da wirkt jenseits der eidgenössischen Landesgrenzen das telefonieren doch arg budgetbelastend. Somit bekommt das Wort «National» doch gleich wieder eine echte Bedeutung.

Nichts desto trotz: Natel ist und bleibt eine rein schweizerische Wortkonstruktion für etwas, was von New York bis Timbuktu gemeinhin schlicht als Mobile- oder Cell Phone bekannt ist.

dna_natel.jpg

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