22.04.2009

Echt schweizerisch.
#1

Oft werde ich, gerade von Freunden aus unserem nördlichen Nachbarland gefragt, was ich denn für wirklich echt schweizerisch halte. Jedes mal komme ich darüber schwer ins Grübeln. Das Bankgeheimnis? Momentan zwar in den Schlagzeilen, aber landesweit doch eher unter ferner liefen... Die geheime Führungsanlage K20? Oder wie er am Stammtisch so schön heisst, der Bundesratsbunker bei Kandersteg. Die SVP oder doch lieber die SP? Das -li am Ende von vielen Wörtchen wie z.B. Guetzli oder Härzli? Dass wir beim Wort Scarnuz nur Bahnhof verstehen, obschon Rumantsch die vierte Amtssprache ist? Viele der Kollegen aus dem grossen Kanton meinen ja, Kuckucksuhren und Lederhosen wären doch so typisch... aber da muss ich intervenieren. Kuckucksuhren sind aus dem Schwarzwald und Lederhosen sind aus Bayern!

Nun, am Sonntag fand ich endlich die Antwort auf jene Frage. In Amriswil im Kanton Thurgau, der eigentlich für seine Äpfel und den daraus gewonnenen Saft, frischgepresst oder vergoren, bekannt ist, weshalb man Ihn auch Mostindien nennt!

In besagtem Amriswil also, da steht er! Ein nächtens beleuchtetes Hinweisschild auf der Strasse weist den Weg. Zwischen einer Käserei und einem Schweinestall (letzteres ist eine Annahme von mir, wegen der olfaktorischen dauerbelästigung um das Haus) entdeckte ich das Ding, was schweizerischer nicht sein könnte. Der Fondueautomat. Funktioniert nur mit Münzen! Und das bei Preisen von bis zu 28 Franken pro Viererportion Huusfondue (das rezente)! Auch im Angebot: Füürwehrfondue (mit Chillies oder einfach nur mit mehr Kirsch um den Durst zu löschen???) sowie Raclette und Brot! Und das ganze bei frühlingshaften 23°C im April! Mir wurde augenblicklich schwindlig und ich machte gleich ein paar Bilder davon, bevor ich von dort schnell wieder weg wollte. Nicht wegen des Automaten natürlich. Nein, ich hielt den Jauchegeruch einfach nicht mehr aus!

Sehr schweizerisch!

Sehr schweizerisch!

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07.04.2009

Super Normal.
#1

Wie oft habe ich mir gewünscht, eine normale Idee zu haben. Etwas zu erfinden, was jeder braucht und nicht mehr aus unserer Gesellschaft wegzudenken wäre. Einen genialen, ehrlichen Geistesblitz wie z.B. Klopapier auf Rollen oder Kreditkarten! Etwas ganz normales eben. Kein Schischi-Design, keine superästhetische Formgebung für etwas simples und nötiges. Schlicht und ergreifend etwas ganz normales und ehrliches! Nur, mir ist diese Idee bisher leider nicht gekommen und somit schreibe ich hier über jene,
die diesen normalen Einfall hatten.

Gibt es überhaupt ehrliche Produkte? Es gibt Sie... Als ich heute morgen Kaffee aufsetzte, machte ich die Entdeckung. Die Mutter aller Kaffeemaschinen! Sie kommt aus Italien. Genauergenommen aus Coccaglio einem kleinen Städtchen in der Lombardei.

1933 erfand Alfonso Bialetti die «Moka Express» mit seinem markanten, achteckigen Art Déco Design, gefertigt aus poliertem Aluminium. Zuerst nur regional auf Markt- und ähnlichen Ständen verkauft, erkannte Bialettis Sohn Renato das Potenzial der Erfindung seines Vaters. Er patentierte das Produkt und vermarktete die spätere Kult-Mokka professionell. Er investierte schon früh in TV-Werbung, einem dazumal noch jungem Medium. Das aus der TV-Werbung bekannte «kleine Männchen mit den Schnurrbart» wurde in den Fünfzigern von Paul Campani kreiert und wurde zur Werbeikone. Noch heute ist es ein fester Bestandteil der Marke und ziert alle Produkte des Hauses. Mittlerweile ist Bialetti die weltweit grösste Fabrik für Kaffeemaschinen. Übrigens wird die «Moka Express» noch heute nahezu unverändert hergestellt. Sie ist und bleibt einfach
das Original.

Die wohl meistverkaufte Kaffeemaschine der Welt. Die «Moka Express» von Bialetti.

Die wohl meistverkaufte Kaffeemaschine der Welt. Die «Moka Express» von Bialetti.

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