03.11.2009

Service ist nicht gleich Jacke wie Hose!

Jetzt wo es wieder nasskalt wird draussen, ist die Zeit gekommen, um noch ein wenig mit dem Motorrad die letzten Herbsttage zu geniessen. Das geht natürlich nur mit anständiger Bekleidung! Die Rede ist hier von meiner alten, very british gestylten Motorradjacke der Marke Barbour.

Die Englische Country Clothing Marke, hierzulande besser bekannt für seine gewachsten, in Olive bis Schlammfarben gehaltenen Jacken, für Aristokraten oder deren Sprösslinge an alpinen Internaten, hat eine grosse Tradition in Motrradbekleidung.

In fettig-tiefem Schwarz aussen, und innen in dunklem, schottischem Highland-Tartan, mit vorn applizierten Taschen und einem sehr, sehr steifen Gurt, ganz ohne Kunststoff und praktisch unverändert seit 1936 so produziert, sieht man damit aus, als wollte man gerade eben durch ein Zeitloch zurück in die fünfziger Jahre schlüpfen, sich auf eine BSA, Royal Enfield oder gar Vincent schwingen und mit sattem Knattern durch die bunte Herbstlandschaft brausen.

Ich bin abgeschweift. bleiben wir bei Barbour.

1849 im westschottischen Galloway geboren, gründete John Barbour 1894 in South Shields die Firma J. Barbour & Sons, die darauf spezialisiert war, mit Tuchwaren zu handeln und die nahen Docks und Reedereien mit Regenhäuten und Ölzeug zu beliefern. Während des ersten Weltkriegs und danach war Barbour ein wichtiger Lieferant für die britische Army und auch für die Marine, besonders deren U-Boot Flotte. Ein Sohn von John, Duncan Barbour, war ein begeisterter Motorradfahrer und begann in den dreissiger Jahren mit der Produktion einer Kollektion von Motorradbekleidung. Zwischen 1936 und 1977 war Barbour praktisch Hauptausstatter der britischen Motorrad-Sportteams. 1974 erhielt Barbour die Ehre, vom Duke of Edinburgh zum Hoflieferanten ernannt zu werden. 1982 erfolgte die Ernennung durch Her Majesty the Queen und 1987 durch HRH The Prince of Wales. Nicht etwa, dass die Queen oder der Duke selbst Motorrad fuhren, eher wegen der aristokratisch biederen aber sehr zeitlosen Country Wear Classics von Barbour. Jacken und Hüte die man vorzugsweise zur Fasanen oder Fuchsjagt auf schloss Balmoral trug, wurden überall in den Grosstädten gesichtet und man trug sie plötzlich zu fast jeder Gelegenheit. Stücke mit sehr britischen Namen wie Northumberland, Beaufort, Bedale, Burghley, Spey oder Westmorland und wie sie alle heissen, sind heute noch im Angebot. Für's Tontaubenschiessen im Büro oder zum Lachsfischen an der Bar.

Eine klare Philosophie zeichnet diese Marke nebst der Beständigkeit, Beharrlichkeit und Zeitlosigkeit aus. Sie zeigt sich in einem Text von Malcolm Barbour:

"Have you heard of the term 'service'?
It is a term that has come to stay among thoughtful businessmen. 'Service' means doing all in one’s power to oblige a customer – not sticking at a little trouble because there seems no profit at the paying end of the transaction. It means, too, the breaking aside of the icy barrier that frequently separates the merchant from his customer, a coming to handgrips, as it were, the foundation of friendship and personal feeling.

Malcolm Barbour schrieb dies als Einleitung zum Barbour Katalog. Und zwar im Jahre 1919!

Im etwas kälteren, wirtschaftlichen Herbst ist das eine gute Philosophie die hilft, trotz Gegenwind immer schön gas zu geben, fast genauso, wie diese einzigartige Jacke, die mich angenehm durch den Herbstwind bringt!

www.barbour.com

Steve McQueen, Belstaff Werbeträger, trug 1964 bei den ISDT Competitions selbst die International von Barbour!

Steve McQueen, Belstaff Werbeträger, trug 1964 bei den ISDT Competitions selbst die International von Barbour!

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